Panamericana 2026: Arrival in Canada. First setback. Stranded in Montreal.
Panamericana by Camper: 2,500 km Across Canada, Catastrophic Roads, and a Getaway Car That Dragged My Truck Into a Police Chase
Nach knapp sieben Jahren des Umbaus vom Feuerwehrfahrzeug zu meinem Traum-Weltreisemobil bin ich nun tatsächlich in mein bisher grösstes Abenteuer gestartet. Im Mai 2026 habe ich Felice, meinen 814DA Mercedes von 1994, von Hamburg nach Halifax, Kanada verschifft und bin seitdem unterwegs. Wobei ich aktuell in Montreal gestrandet bin. Aber dazu gleich mehr.
Geburtstag mit Adlern
Der Start hätte kaum besser laufen können. Die ersten Nächte im Camper waren besonders aufregend und besonders schön. Übernachten in der Natur, direkt am Meer, umgeben von Leuchttürmen. Ich hatte regelmässig das bestätigende Gefühl, dass ich genau deswegen dieses Projekt begonnen habe. Mein Kopf war aber noch nicht ganz angekommen. Ich konnte immer noch nicht ganz glauben, dass ich das mit der Langzeitreise von Kanada in Richtung Patagonien nun wirklich mache. Ich habe meinen Job gekündigt, meine Wohnung aufgelöst und mein altes Leben in Europa gelassen. Jetzt lebe ich im Auto und rolle gemütlich, ohne Zeitdruck durch die Landschaften.
Hätte mir jemand vor ein paar Jahren gesagt, dass ich eines Tages meinen Geburtstag an einem entlegenen See in Nova Scotia in einem umgebauten Feuerwehrauto verbringen würde, ich hätte es wahrscheinlich nicht geglaubt. Aber genau das ist jetzt die Realität. An meinem 46. Geburtstag stand ich an einem kleinen See bei Truro, Kanada. Fliegenfisch-Saison. Drei Weissköpfadler hatten dort ihr Stammrevier. Ich hatte noch nie in meinem Leben einen Adler in freier Wildbahn gesehen. Plötzlich sitzen da drei und sind für die nächsten drei Tage meine direkten Nachbarn. Majestätisch. Wie aus einem Naturfilm. Daran möchte ich mich gewöhnen.
Aus der alten Heimat kamen mehr Geburtstagsnachrichten als in den Jahren davor zusammen. Ich glaube, alle ahnen, dass das hier gerade besonders ist. Und dass ich erstmal eine Weile nicht zurückkomme. Das fand ich sehr schön.

Kanadische Strassen: ein Erfahrungsbericht
Kanada hat die schönsten Landschaften und die schlimmsten Strassen der Welt. Die Schlaglöcher haben hier Schlaglöcher.
Felice federt wie ein Bauwagen auf einer Waschmaschine im Schleudergang. Ich glaube, mein Skelett hat sich neu sortiert. Ich habe selten so schlechte Strassenzustände gesehen wie in Kanada. Darauf war ich tatsächlich nicht vorbereitet. Aber daran kann ich mich wahrscheinlich gewöhnen. Je weiter ich in den Süden Amerika’s fahre, desto schlechter werden die Strassenverhältnisse.
Und dann kam Montreal inkl. Verfolgungsjagd & Schiesserei.
Nachdem ich Québec City hinter mir gelassen hatte, bin ich direkt nach Montreal gefahren. Eine Stadt, die ich schon immer mal sehen wollte. Parken in der Innenstadt ist eigentlich unmöglich. Es gibt mehr Parkverbotszonen als Autos in dieser Stadt. Also habe ich Felice am 14. Juni weit ausserhalb der Innenstadt geparkt. Ruhiger Parkplatz in einem Park. Sicher. Wohngebiet. Bin dann mit der Metro in die City, ein bisschen Stadt schauen, ein bisschen Kaffee schlürfen, fotografieren, Touri-Modus ausleben. Wie man das so macht.
Als ich abends zurück zum Parkplatz kam, erschloss sich mir eine Szenerie, die ich eigentlich nur aus Filmen kannte. Der ganze Parkplatz ist abgeriegelt. Polizeiautos bis zum Horizont. Inklusive SWAT-Team, Hunden und Drohnen am Himmel. Ich darf nicht zu meinem Truck. “It’s a crime scene”, sagt die Polizei. Mehr Informationen bekomme ich nicht. Ich stehe da wie bestellt und nicht abgeholt und darf diese Nacht auch nicht mehr ins Auto.
Am nächsten Morgen erfahre ich von Anwohnern: Verfolgungsjagd. Schiesserei. Polizei gegen Fluchtauto. Und das Fluchtauto ist voll in die Seite meines parkenden Campers gefahren. Die Polizei hat das Feuer auf den Flüchtenden eröffnet. Ich habe auf Social Media Videos davon gesehen. Unglaublich verwirrende Szenen. Und auch ein unglaubliches Pech. Ich meine, wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass einem während einer Polizeiverfolgungsjagd ein Fluchtfahrzeug ins eigene Auto kracht? Davor gewinnt man wahrscheinlich hintereinander im Lotto.
Der äusserliche Schaden schien erstmal übersichtlich. Eine angebrochene Stossstange, ein defektes Nebellicht, eine zerbrochene Radkappe und eine kleine Delle mit Lackschäden. Aber der innere Schaden war und ist zu diesem Zeitpunkt deutlich grösser. Durch den Crash in meinen linken Seitenkasten hat es wichtige Teile der Lenkung erwischt. Die Lenkstange ist verbogen, das Lenkgetriebe muss ersetzt werden, die Achse komplett ausgebaut und neu eingestellt werden. Denn auch die ist verschoben und leicht verbogen. Es war schon niederschmetternd, das Fahrzeug so zu sehen. Nach all den Jahren des Umbaus bricht einem in diesem Moment ein bisschen das Herz.
Aber ich habe auch wundervolle Hilfe bekommen. Die grossartige Werkstatt, die mich aufgenommen hat, hat über eine Woche lang versucht, Ersatzteile aufzutreiben. “Wir kriegen dich schon wieder auf die Strasse” war genau das, was eine ramponierte Seele wie ich hören wollte. Problem ist, dass es die Ersatzteile in Kanada und den USA einfach nicht gibt. Die Werkstatt hat ihr ganzes Netzwerk dafür aktiviert. Keine Chance. Selbst in Europa war es schwierig, die Teile für die alte Dame zu finden. Aber nach einer Woche habe ich sie gefunden. Das ist teuer und dauert lang. Ich bin also erstmal gestrandet in Montreal und stehe hier schon seit knapp zwei Wochen. Wahrscheinlich kommen noch zwei dazu.
Die guten Nachrichten
Erstens: Ich lebe. Felice lebt. Niemand wurde verletzt. Es hätte weitaus schlimmer ausgehen können. Wenn ich zum Beispiel im Fahrzeug gesessen hätte, als das alles passiert ist. Oder wenn das Fluchtfahrzeug in das Familienfest hineingerast wäre, das zum Zeitpunkt des Unfalls im Park stattgefunden hat. Mein LKW war halt schon immer ein Lebensretter. Im früheren Leben als “Felice” die Feuerwehr und jetzt als Gangster-Stopper. Good Girl.
Natürlich hätte ich mir einen viel entspannteren Start in diese Reise gewünscht. Die sieben Jahre des Umbaus waren alles andere als einfach. Eigentlich waren sie ein durchgehender Albtraum. Emotional und finanziell. Aber wie sagt man so schön: Everything happens for a reason. Vielleicht sollte ich Montreal länger sehen als geplant. Es ist eine tolle Stadt und ich geniesse es bisher hier zu sein. Ich merke auch, dass mich die Zwangspause dazu zwingt, endlich auch den Kopf ankommen zu lassen. Ich werde entspannter, gemütlicher und weichmütiger. Jeden Tag ein bisschen mehr. Das habe ich am Reisen schon immer geliebt. Bis Felice wieder reisebereit ist mache ich das, was ich am liebsten mag. Der Ort erkunden und viel fotografieren.
Wie es weitergeht
Sobald die Teile da sind und eingebaut wurden, geht es weiter Richtung Westen. Ich denke, ich werde relativ schnell die vielen tausend Kilometer durch Kanada fahren, damit ich den Hochsommer in den Rocky Mountains verbringen kann. Das war schon immer mein Traum. Es wäre absolut okay, wenn ich ab jetzt in keine Verfolgungsjagden mehr gerate. Ich hab’s gesehen. Nicht zu empfehlen.
Felice is up and running. Andy too. Well, almost.
After nearly seven years of converting a fire truck into my dream around-the-world expedition vehicle, I’ve actually set off on my biggest adventure yet. In May 2026 I shipped Felice, my 814DA Mercedes, from Hamburg to Halifax, Canada, and I’ve been on the road ever since. Although right now I’m stranded in Montreal. But more on that in a moment.
A birthday with eagles
The start could hardly have gone better. The first nights in the camper were especially exciting and especially beautiful. Sleeping out in nature, right by the sea, surrounded by lighthouses. Again and again I had that confirming feeling that this is exactly why I started this whole project. But my head hasn’t quite caught up yet. I still can’t fully believe that I’m actually doing this — the long-haul trip from Canada down toward Patagonia. I quit my job, gave up my apartment and left my old life behind in Europe. Now I live in the truck and roll my way through world history.
If someone had told me a few years ago that I’d one day spend my 46th birthday at a remote lake in Nova Scotia in a converted fire truck, I probably wouldn’t have believed it. But that’s the reality now. On my birthday I was parked at a small lake near Truro, Canada. Fly-fishing season. Three bald eagles had their home turf there. I had never seen an eagle in the wild in my whole life. Suddenly three of them are perched there, and for the next three days they’re my immediate neighbours. Majestic. Like something out of a nature documentary. I could get used to this.
More birthday messages arrived from the old homeland than in all the previous years combined. I think everyone senses that something special is happening right now. And that I won’t be coming back for a while. I thought that was really lovely.
Canadian roads: a field report
Ten days later, on June 10th, an update from the cockpit:
Canada has the most beautiful landscapes and the worst roads in the world. The potholes here have potholes.
Felice bounces around like a builder’s caravan on a washing machine in spin cycle. I think my skeleton has rearranged itself. I’ve rarely seen road conditions as bad as in Canada. I genuinely wasn’t prepared for that. But okay — up to this point I was still on the move. Halifax, Nova Scotia, Prince Edward Island, Québec City — around 2,500 kilometres in the bones.
And then came Montreal, including a chase and a shootout.
After leaving Québec City behind me, I drove straight to Montreal. A city I’d always wanted to see. Parking downtown is essentially impossible. There are more no-parking zones than cars in this city. So on June 14th I parked Felice well outside the city centre. Quiet lot. Safe. Residential area. Then I took the metro into the city, did a bit of sightseeing, sipped a bit of coffee, took photos, lived out tourist mode. The usual.
When I got back to the parking lot in the evening, a scene unfolded in front of me that I’d only ever known from movies. The whole lot was cordoned off. Police cars as far as the horizon. Including a SWAT team, dogs, and drones in the sky. I wasn’t allowed near my truck. “It’s a crime scene,” the police said. That was all the information I got. I just stood there like a spare wheel, and I wasn’t allowed back into the truck that night either.
The next morning I found out from neighbours: a chase. A shootout. Police against a getaway car. And the getaway car had slammed straight into the side of my parked camper. The police had opened fire on the fugitive. I’ve seen videos of it on social media. Unbelievably bewildering scenes. And what unbelievable bad luck. I mean, what are the odds that during a police chase a getaway vehicle smashes into your own truck? You’d probably win the lottery several times in a row before that happens.
The external damage looked manageable at first. A cracked bumper, a broken fog light, a smashed hubcap, and a small dent with paint damage. But the internal damage was — and still is at this point — significantly bigger. The crash into my left side box took out important parts of the steering. The steering rod is bent, the steering gear has to be replaced, the axle has to come out completely and be reset. Because that’s shifted and slightly bent too. It was crushing to see the vehicle like that. After all those years of conversion work, it breaks your heart a little in a moment like that.
But I’ve also had wonderful help. The fantastic garage that took me in spent over a week trying to track down parts. “We’ll get you back on the road” was exactly what a battered soul like me needed to hear. The problem is that the parts simply don’t exist in Canada or the US. The garage activated their entire network. No luck. Even in Europe it was hard to find parts for the old lady. But after a week I’d found them. It’s expensive and it takes time. So for now I’m stranded in Montreal and I’ve been parked here for nearly two weeks. Probably another two to come.
The good news
First: I’m alive. Felice is alive. No one was hurt. It could have ended far worse. If I’d been sitting in the truck while it all went down, for example. Or if the getaway vehicle had ploughed into the family party that was happening in the park at the time of the crash. My truck has always been a lifesaver. In its earlier life as a fire engine, and now as a gangster-stopper. Good girl.
Of course I would have wished for a much more relaxed start to this trip. The seven years of conversion work were anything but easy. They were essentially one continuous nightmare. Emotionally and financially. But as the saying goes: Everything happens for a reason. Maybe I’m supposed to see more of Montreal than I’d planned. It’s a great city and so far I’m enjoying being here. I also notice that this forced break is finally pushing me to let my head arrive too. I’m becoming more relaxed, more easygoing, softer. A little more every day. That’s something I’ve always loved about travelling. Until Felice is road-ready again, I’m doing what I love most. Exploring the place and taking lots of photos.
What happens next
As soon as the parts arrive and are installed, I’ll head west. I think I’ll cover the many thousands of kilometres through Canada relatively quickly, so I can spend high summer in the Rocky Mountains. That’s always been my dream. It would be entirely fine if from here on I didn’t end up in any more chases. I’ve seen one. Not recommended.












